10 Tipps zum Einrichten des Google Analytics-Kontos + Buchverlosung

Seid ihr noch nicht so vertraut mit Google Analytics? Das Tool kommt euch sehr unübersichtlich und umfangreich vor? Dabei kann Google Analytics so einfach oder mächtig sein, wie man es haben möchte. Am Anfang ist es ratsam Google Analytics erst einmal einzurichten. Um euch diese Arbeit zu erleichtern, findet ihr hier eine Liste mit Funktionen, die ihr nutzen sollt, um das Maximum aus deinem Analytics-Account herauszuholen.

1.)          Ziele setzen

Aus deinen Unternehmenszielen bzw. Marketingzielen leitet ihr die Ziele in Google Analytics ab. Was möchtet ihr mit der Website erreichen? Das müssen nicht nur Ziele wie Umsatzsteigerung sein. Es gibt viele Micro-Ziele, die mit einer Website erreicht werden können. Also bitte nicht an die Vorstellung klammern, dass die Website etwas verkaufen muss, damit Ziele eingerichtet werden können. Wenn ihr einen Blog habt, kann z.B. auch die Verweildauer eine Rolle spielen oder die Anzahl der Seiten, die sich Nutzer ansehen.

Auch das Abonnieren eines Newsletters, das Ausfüllen des Kontaktformulars oder ein Download können Ziele sein.

Nur wenn ihr in Google Analytics diese "Ziele" (auch Zielvorhaben genannt) einrichtet, könnt ihr Conversions nachvollziehen, d.h. wie viele Website-Nutzer das Ziel erreicht haben. Die Conversion-Rate gibt den entsprechenden Prozentsatz wieder.

Übrigens: auch wenn ihr den E-Commerce-Tracking Code für den Online-Shop eingerichtet habt, ist es sinnvoll ein Ziel für den Abschluss der Bestellungen einzurichten und einen sog. Trichterpfad festzulegen. Der Grund ist, dass ihr später nachvollziehen könnt, wo die Nutzer in den Bestellprozess ein- und aussteigen. So erkennt euch, wo evtl. der Bestellprozess noch optimiert werden könnte.

Am einfachsten ist es, wenn es eine eigene Seite auf deiner Website gibt, die das Erreichen des Ziels definiert und auf der der Google Analytics Tracking Code abfeuert, beispielsweise auf der Seite beispiel.de/bestellung/checkout oder beispiel.de/newsletter/vielen-dank-fuer-das-abonnement.

So richtet ihr Ziele bzw. Zielvorhaben in Google Analytics ein:

Geht dazu im Tab „Verwalten“ auf „Zielvorhaben“ und erstellt ein „neues Zielvorhaben“. Wählt „benutzerdefiniert“, gebt den Namen des Ziels ein, danach bei Typ das „Ziel“, wo ihr dann die entsprechende Seite auswählt, auf der das Ziel als erreicht gilt. Einen Trichter solltet ihr nur festlegen, wenn es wirklich feste Schritte gibt, die nötig sind, um das Ziel zu erreichen, wie bei einem Bestellprozess.

In den Berichten, die die Conversion-Messdaten aufweisen, z.B. bei der Akquisition, seht ihr dann die Conversions und die Conversion-Raten. Ihr könnt euch alle oder einzelne Ziele ansehen. Weitere Auswertungen sind in den Conversion-Berichten möglich, wo ihr auch die Trichtervisualisierung findet.

2.)          Dashboards einrichten

Mit den Dashboards verschafft ihr euch einen Überblick über die wichtigsten Geschehnisse auf der Website. Ein Dashboard besteht aus maximal 12 Widgets, also einzelnen Fenstern mit bestimmten Messdaten. Die Besonderheit ist, dass nur höchstens zwei Messwerte angezeigt werden und nur die Top-Ten Dimensionen (also Attribute, wie z.B. Seiten, Stadt, Channel etc.). Es ist sinnvoll verschiedene thematisch sortierte Dashboards anzulegen, also z.B. eines mit SEO-Daten, eines für Google AdWords, für Content, für E-Commerce.

So richtet ihr die Dashboards ein:

Unter dem Menüpunkt „Personalisieren“ findet ihr den Unterpunkt „Dashboards“. Wählt „Erstellen“. Wenn ihr noch nie ein Dashboard angelegt habt, ist es erst einmal sinnvoll, das „Starter-Dashboard“ auszuwählen, wo Google Analytics schon mal ein paar Widgets angelegt hat. So könnt ihr euch mit dem Dashboard und den Widgets etwas vertraut machen. Ein „unformatiertes Dashboard“ enthält erst einmal keine Daten und ihr müsstet euch selbst alles zusammenstellen, was vor allem am Anfang sicher etwas mühselig ist.

Der einfachste Weg ist, sich aus der Lösungsgalerie Dashboards zu importieren. Es gibt sehr gute vorgefertigte Dashboards, wie das „Google Analytics Starter Bundle“, das mehrere Dashboards und Segmente zur Verfügung stellt. Für den Anfang reicht das aus und einzelne Widgets können später immer noch angepasst werden.

Ein Tipp zum Importieren:

Ich habe einige Male erlebt, dass Kunden mit dem Safari-Browser Schwierigkeiten hatten, Dashboards zu importieren. Verwende am besten Google Chrome.

Übrigens: die neue Startseite von Google Analytics ist auch schon ein Dashboard ;).

3.)          Benutzerdefinierte Benachrichtigungen aktivieren

Mit den benutzerdefinierten Benachrichtigungen im Menüpunkt „Personalisieren – Benutzerdefinierte“ werdet ihr automatisch informiert, wenn etwas auf der Website nicht so läuft, wie ihr es euch vorstellt. Beispielsweise wenn der Traffic einbricht oder der Umsatz stark zurückgeht. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn ihr nicht regelmäßig Zeit habt, das Google Analytics-Konto zu kontrollieren.

So richtet ihr die benutzerdefinierten Benachrichtigungen ein:

Klickt auf „benutzerdefinierten Benachrichtigungen verwalten“. Das bringt euch zur Verwaltung, wo ihr eine neue Benachrichtung anlegen könnt. Beispielsweise soll hier eine Benachrichtung ausgelöst werden, sobald die Anzahl der Sitzungen pro Tag unter 20 fällt. Das wäre ein Alarm, dass die Website nicht mehr erreichbar wäre. Der Fantasie bzw. Eingabemöglichkeiten sind hier zwar keine Grenzen gesetzt, gebt aber trotzdem nur wirklich kritische Punkte ein, wie beispielsweise starker Umsatzrückgang bei einem Shop etc.

4.)          Sich selbst vom Tracking ausschließen

Gerade in größeren Firmen kann der Anteil der eigenen Mitarbeiter, die sich auf der Website tummeln, einen großen Anteil des Traffics ausmachen. Das kann die Daten teilweise beträchtlich verzerren. Deshalb sollten die Besuche der Mitarbeiter bzw. eure eigenen Besuche auf der Website ausgeschlossen werden.

So schließt ihr eure eigenen Besuche auf der Website aus:

Hierzu bieten sich zwei Möglichkeiten an:

  1. Firmen verfügen meist über einen festen IP-Adressen-Bereich. Dieser Bereich wird über einen Filter ausgeschlossen. Hierbei müssen zwei Dinge beachtet werden, nämlich erstens, dass vor Anlegen des Filters eine neue Datenansicht angelegt werden muss, damit – wenn man das Filtermuster nicht richtig definiert – die Daten in der Rohdatenansicht nicht verfälscht werden. Zweitens muss das Filtermuster richtig angelegt werden, damit nicht zu viele IPs ausgeschlossen werden. Überlasse die Eingabe am besten jemanden, der sich mit regulären Ausdrücken auskennt und das Filtermuster richtig definieren kann (oder teste es zumindest ausführlich).
  2. Als Einzelunternehmer oder als kleine Firma habt ihr wahrscheinlich eher dynamische IP-Adressen, die nicht über Filter eingegeben werden können. Ihr könnt euch aber selbst vom Tracking ausschließen. Google bietet hierzu ein Add-On für alle Browser an, das Google Opt-Out. Beachtet bitte auch, dass ihr in der Datenschutzerklärung diese Opt-out-Möglichkeit auch euren Besuchern anbieten müsst. Wie ihr übrigens den Datenschutz mit WordPress umsetzen könnt, findet ihr in diesem Artikel: https://www.analytics-fuer-einsteiger.de/google-analytics-fuer-wordpress-websites/. Auf diese Weise gebt ihr Nutzern die Möglichkeit der Erfassung ihrer Daten auf der Website zu widersprechen. Das betrifft dann nicht nur deine Website, sondern generell alle Websites.

Bitte beachtet, dass ihr das Google-Opt-Out Browser Add-on auf allen Geräten und Browsern installieren müsst, die ihr verwendet.

Ein Browser-Plugin, das mehr Steuerungsmöglichkeiten bietet und zudem auch anzeigt, welche Cookies etc. Websites verwenden ist Ghostery, das es allerdings nur für Firefox gibt.

5.)          Bei der Search Console anmelden

Die Google Search Console ist ein kostenloses Tool für Website-Betreiber, das mit Google Analytics verbunden werden kann. Die Daten aus der Search Console laufen dann in den Bericht „Akquisition – Search Console“ ein und werden mit Daten aus Google Analytics kombiniert. Die Search Console beinhaltet viele Informationen darüber, wie Google die Website sieht, wie viele Seiten indexiert sind etc. Wie ihr die Google Search Console nutzen könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel: https://www.analytics-fuer-einsteiger.de/google-search-console/

So richtet ihr die Search Console ein:

Wenn ihr bisher noch kein Search Console Konto hattet bzw. noch keine Verbindung zwischen beiden Tools besteht, bekommt ihr eine entsprechende Meldung.

Klickt auf „Search Console-Datenfreigabe“ einrichten. Das bringt euch zur „Verwaltung – Propertyeinstellungen“. Scrollt ganz nach unten, wo ihr bei „Search Console“ den Button „Search Console anpassen“ findet. Je nachdem, ob ihr bereits ein Konto habt oder erst eins erstellen müsst, findet ihr das Konto oder werdet aufgefordert eines zu erstellen.

Die Verbindung zwischen beiden Tools herzustellen, ist leider nicht ganz so nutzerfreundlich. Eine ausführliche Anleitung dazu, findet ihr hier: https://www.analytics-fuer-einsteiger.de/google-search-console/.

6.)          Berichte per E-Mail zusenden lassen

Die Berichte in Google Analytics können nicht nur abgespeichtert oder exportiert werden, sondern auch per E-Mail versandt werden. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Kollegen oder Vorgesetzte über die Geschehnisse auf der Website informiert werden sollen, die keinen Zugang zum Google Analytics Konto haben und/oder sich auch nicht so gut damit auskennen.

 

So richtet ihr den Versand per E-Mail ein:

Klickt auf „Teilen“, gib die E-Mail-Adresse ein, wählt das Format aus und wie oft ihr den Bericht zugesandt haben möchtet. Übrigens wird der Bericht maximal 12 Monate lang versandt, danach muss der Versand neu eingerichtet werden. Das ist eigentlich auch sinnvoll, denn häufig erlahmt das Interesse der Beteiligten ;).

Natürlich könnt ihr euch auch selbst diese E-Mails zuschicken lassen. Eine Sache noch: die PDFs sind leider nicht sehr schön. Wenn ihr bei den Berichten nur die 10 Standardzeilen ausgewählt habt beim Einrichten der E-Mail, dann werden im PDF auch nur diese 10 Zeilen angezeigt. Ihr müsst also vorher den Bericht „präparieren“, d.h. mehr Zeilen auswählen, evtl. den Zeitraum richtig setzen, Filter auswählen (um z.B. nur bestimmte Daten anzuzeigen), etc.

Vor dem Absenden müsst ihr noch einen E-Mail-Text eingeben, d.h. selbst wenn ihr nur an euch selbst eine E-Mail verschickt, müsst ihr wenigstens ein Wort schreiben, z.B. den Berichtsnamen. Es ist auch möglich mehrere Berichte mit einer E-Mail zu versenden (zu vorhandener E-Mail hinzufügen).

7.)          Spam ausschließen

Leider werdet ihr in eurem Google Analytics Account immer mal wieder sogenannten "Referrer"-Spam vorfinden, vorzugsweise von Websites wie semalt.com, buttons-for-your-website.com, best-seo-offer.com etc. Dies sind natürlich keine echten Besucher, sondern Websites, die mit unseriösen Mitteln versuchen selbst Traffic auf ihre Websites zu ziehen, indem sie versuchen dich neugierig zu machen, so dass ihr diese Websites aufruft.

Google hatte lange Zeit viele Probleme mit diesem Spam, der sich durch die Hintertür über das sog. Measurement Protocol von Google Analytics einschleichen konnte. Seit einiger Zeit hat Google das Problem aber besser im Griff.

So könnt ihr den Spam ausschließen:

Legt eine neue Datenansicht an. In dieser neuen Datenansicht in den Einstellungen findet ihr die Möglichkeit einen Haken bei „Bots herausfiltern“ zu setzen.

Wenn ihr trotzdem noch viele komische Websites in den Berichten Akquisition – Verweise vorfindet, sollt ihr einen Filter anlegen, um wirklich nur den echten Traffic durchzulassen. Wie oben schon erwähnt: immer eine neue Datenansicht anlegen, bevor ihr Filter anlegt! Dann könnt ihr die Rohdatenansicht mit der gefilterten Ansicht vergleichen. Wie man solche Filter anlegt, erfahrt ihr hier: https://www.analytics-fuer-einsteiger.de/wie-man-in-google-analytics-den-traffic2cash-xyz-referrer-spam-los-wird/.

8.)          Zeiten richtig festlegen und vergleichen

Der Kalender oben rechts in deinem Google Analytics Konto ist seit dem Update bzw. Redesign von Google Analytics vor einiger Zeit auf standardmäßig 7 Tage eingestellt. Gerade kleinere Websites verfügen bei solch einem kurzen Zeitraum aber nicht über genügend Daten, um aussagekräftige Auswertungen zu erstellen. Diese Standard-Einstellung könnt ihr verändern, indem ihr ganz rechts oben auf die drei untereinander stehenden Punkte klickt und auf die Nutzereinstellungen geht. Dann könnt ihr den Standardzeitraum auf 30 Tage ändern.

Wenn dann immer noch nicht genügend Daten zusammengekommen sind, könnt ihr natürlich auch die Zeiträume z.B. auf 3 Monate verlängern.

Ihr könnt auf die Schnelle herausfinden, wie sich deine Website entwickelt, indem ihr im Kalender rechts oben die Zeiten vergleicht, beispielsweise ob sich die Besucherzahlen im Vergleich zum vorherigen Zeitraum erhöht haben.

Ein bisschen Vorsicht müsst ihr beim Vergleichen walten lassen, damit ihr nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Beachte saisonale Schwankungen oder die unterschiedliche Anzahl von Tagen bei den Monaten.

9.)          Segmentieren

In Google Analytics ist es sehr einfach verschiedene Teilgruppen der Gesamtmenge zu vergleichen und zwar mit Hilfe der Segmente. Es gibt bereits vorgefertigte Segmente, außerdem könnt ihr natürlich auch eigene Segmente erstellen bzw. entsprechend deiner Erfordernisse anpassen. Oder ihr ladet euch, wie schon zuvor beim Dashboard Segmente aus der Lösungsgalerie herunter.

So richtet ihr Segmente ein:

Klickt unter dem Berichtsnamen (wo „alle Nutzer“, also die Gesamtmenge aufgelistet ist) auf „Segmente hinzufügen“. Unter „System“ findet ihr alle bereits angelegten Segmente. Wichtige Segmente könnt ihr mit dem Stern markieren, die ihr dann im linken Menü unter „Markierte“ wiederfindet.

Unter „Benutzerdefinierte“ legt ihr eigene Segmente an. Praktisch: rechts findet ihr ein Tortendiagramm mit der Prozentzahl der Nutzer, auf die dieses Segment zutrifft. So könnt ihr  gleich feststellen, ob das Segment überhaupt genügend Nutzer umfasst und sinnvoll ist. Wie bei den Dashboards, ist es auch bei den Segmenten vielleicht erst einmal gut auf die Lösungsgalerie zurückzugreifen, um zu verstehen, wie Segmente genau angelegt werden und was man damit überhaupt auswerten kann.

Ein Klick auf „Anwenden“ setzt das Segment neben „Alle Nutzer“ und die Daten erscheinen dann diversen Farben. 4 Segmente können gleichzeitig angezeigt werden. Alle Nutzer müssen nicht unbedingt dabei sein. Einfach das Segment entfernen, indem ihr es nach oben wegschiebt.

10.)       Berichte speichern

Es ist euch wahrscheinlich schon aufgefallen: wenn ihr Berichte anpasst, beispielsweise Segmente hinzufügt, die Spalten sortiert, oder mit dem rechts über den Messdaten befindlichen Schnellfilter Änderungen vornehmt, sind diese beim nächsten Login wieder weg. Damit ihr nicht jedes Mal wieder die gleichen Dinge einrichten müsst, gibt es die Möglichkeit Berichte zu speichern, indem ihr ganz oben rechts neben dem Berichtsnamen auf „Speichern“ geht.

Vergebt einen für dich nachvollziehbaren Namen für diesen gespeicherten Bericht.

Hinterher findet ihr ihn dann unter „Personalisieren – Gespeicherte Berichte“ mit allen von euch vorgenommen Anpassungen.

Vor dem Redesign Anfang 2017 hießen diese gespeicherten Berichte übrigens „Verknüpfungen“. Offensichtlich wusste nur wenige, was eigentlich dahinter steckt. „Gespeicherte Berichte“ ist da wirklich sinnvoller.

Fazit

Google Analytics ist gerade für Einsteiger vielleicht am Anfang eine Herausforderung. Allerdings hat Google sehr daran gearbeitet das Menü zu verbessern und mit der Einführung einer echten Startseite mit den wichtigsten Daten ein sinnvolles Update zur Verfügung gestellt. Allerdings bleibt nicht aus, dass man sich etwas in das Thema einarbeiten muss.

Wie ihr aber seht, könnt ihr euch wirklich viel Arbeit ersparen, wenn ihr am Anfang deiner Webanalyse überlegt, was euch bei der Auswertung der Daten wichtig ist und welche Ziele ihr erreichen möchtet.


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