Was darf Hosting kosten?

Wer im Web eigene Inhalte veröffentlichen möchte, eine Community aufbaut oder Produkte online vertreibt, der benötigt eine Hostinglösung. Das ist ein Paket, das im Grunde aus der Registrierung eines Domainnamens und etwas Speicherplatz auf einem Server besteht. Meistens sind in diesen Angeboten auch E-Mail-Postfächer dabei. Zudem sollte der Server PHP beherrschen und Anbindung an eine MySQL Datenbank bieten.

 Für WordPress und Co: PHP und MySQL gehören zur Grundausstattung

Content Management Systeme, die heute das Web zum großen Teil ausmachen, basieren oft auf der Skriptsprache PHP. In den Anfangstagen zählten dazu zunächst PHPNuke, Mambo, später WordPress, Joomla, Drupal und insbesondere in Deutschland auch TYPO3. Diese Anwendungen werden auch heute noch unter einer quelloffenen Lizenz bereitgestellt, kosten also nichts und fanden rasend schnell Verbreitung.

Wer heute eine Hostinglösung braucht, sucht im Prinzip nach einer Möglichkeit WordPress oder eine andere solche Anwendung betreiben zu können.

Diese Hostinglösungen gibt es typischerweise als Abo: Man bezahlt einige Euro pro Monat und erhält dafür einen gewissen Umfang an Festplattenplatz, auch Webspace genannt. Zudem ist, wie bei goneo, die Registrierung einiger Domainnamen möglich, ohne dass weitere Kosten anfallen. Bei den meisten Standardangeboten ist ebenfalls ein E-Mail-Dienst inklusive.

 Deutliche Preisunterschiede

Woher kommen dann die Unterschiede: Warum kostet das eine Paket rund vier Euro im Monat und das andere fast zehn oder noch mehr?

Ein Webauftritt kann recht umfangreich sein oder vergleichsweise klein. Das schlägt sich zunächst vor allem im Speicherplatzbedarf nieder. Über zehn Gigabyte an Webspace sind heute auch in günstigen Angeboten üblich.

Für die meisten Webauftritte reicht das völlig, erst recht für private Homepages und die Webseiten kleiner Firmen oder die von Arztpraxen, Kindergärten, Vereinen. Es geht darum, im Web vertreten zu sein, von Kunden oder Interessenten gefunden werden zu können. Selten jedoch steht überhaupt so voluminant viel Inhalt (in der Websprache Content genannt) zur Verfügung, der online abrufbar sein müsste.

 Ist dann das billigste Angebot das beste?

Sicher ist der Preis für die meisten Kunden von Hostingangeboten ein entscheidendes Kriterium. Es sollte aber nicht das alleinige sein.

Webseiten werden nicht aus reinem Selbstzweck erstellt. Sie spielen im Marketing des Unternehmens eine Rolle, zumindest im Brand-Building, also dem Aufbau der Marke. Oft sollen die Webseiten auch direkt Kunden generieren oder Interessenten soweit begeistern, dass diese den Newsletter abonnieren oder nach weiteren Informationen fragen.

Damit das funktioniert, muss die Webseite nicht nur entsprechend gestaltet sein – diesen Job machen Webdesigner, die zum Beispiel WordPressThemes erstellen. sondern technisch optimiert sein. Dazu gehört, dass die Seite möglichst schnell lädt, wenn sie aufgerufen wird. Dabei spielt auch der Server eine Rolle, der die Seite beherbergt.

 Viele Webauftritte auf einem Server

Sehr günstige Angebote kommen deswegen mit einem niedrigen Preis aus, weil viele Webseiten vieler Kunden auf einen Rechner gepackt werden. Je mehr auf diesen Server passen, desto günstiger kann das Angebot sein.

Damit macht man sich eigentlich einen Effekt zunutze, der eigentlich gar nicht erwünscht ist: Die allermeisten Webseiten werden sehr, sehr selten abgerufen. Natürlich will jeder, dass seine Webseite möglichst oft angesehen wird. Doch die Realität sieht anders aus. Die allermeiste Zeit läuft der Server sozusagen im Leerlauf und wartet auf Anfragen.

Dieses Verfahren ist so lange kein Problem bis die Anfragelast, die der Server bewältigen soll, gering ist. Ab und an wird doch eine Webseite stark frequentiert. Je mehr Webseiten auf einem Server liegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mehr solche stark frequentierten Seiten gibt und ab einem gewissen Punkt ist der Server überlastet. Die Seitenauslieferung dauert für den User, der die Seite sehen will, spürbar länger.

 Wo sind die User?

Diese gefühlte Geschwindigkeit wird durch eine Reihe an Faktoren beeinflusst. Sicher ist es wichtig, dass der Server mit entsprechend gut an das Internet angebunden ist.

Die elektrischen oder auch elektomagnetischen Signale breiten sich zwar fastmit Lichtgeschwindigkeit aus, dennoch spielt die Kabellänge eine Rolle. Daher ist es von Vorteil, wenn der Server, der die Seiten ausliefern soll, sich geographisch nah am Zielmarkt befindet.

Außerdem ist es wichtig, dass der Rechner entsprechend leistungsfähig ist, das heißt mit schnellen Platten ausgestattet wurde, genügend Prozessoren und ausreichend Arbeitsspeicher eingebaut hat.

 Arbeitsspeicher ist ein knappes Gut

Gerade diese Komponente, der Arbeitsspeicher, ist eines der kritischen Elemente. Wenn eine Webseitenapplikation wie WordPress eine Aufgabe ausführen soll, muss genügend Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Ist dies nicht der Fall, wird die Aufgabe langsamer ausgeführt, da Daten zeitraubend zwischen RAM und Platte hin und hergespeichert werden müssen. Bei entsprechend vielen Anfragen möchten viele Anwendungen gleichzeitig ein Stückchen des RAMs abhaben.

Ähnliches gilt für die Verarbeitung der Anfragen durch den Prozessor, besser gesagt durch die im System verwendbaren Prozessorkerne. Rechner, die im Bereich Shared Hosting verwendet werden, sind heute zwar mit vielen Prozessoren ausgestattet, die Aufgaben parallel abarbeiten können, dennoch gibt es eine obere Grenze.

Zudem ist ja auch wichtig, dass alle Komponenten fehlerfrei funktionieren, auch im harten Dauerbetrieb.

In der Konsequenz heißt dies für den Anbieter: Will man günstige Hostingpakete offerieren, muss man entsprechend mehr Kunden auf einen Server packen, um die teuren Hardwarekosten zu amortisieren. Hält man die Kundendichte geringer und vermindert so die Wahrscheinlichkeit, dass die Hardware durch Webzugriffe an ihre Grenzen kommt, werden die Kosten für den einzelnen Kunden höher sein müssen.

Eine kurze Ladezeit ist auch ein Kriterium für Suchmaschinen bei der Festlegung der Reihenfolge der relevanten Treffer für eine Suchanfrage. Schnell ausgelieferte Seiten haben eine höhere Chance auf eine bessere Platzierung, da die UserSeiten bevorzugen, die schnell laden.

 Alternative: Eigener Server

Hostingkunden, die sicher sein wollen, dass stets eine zugesicherte Menge an Arbeitsspeicher oder Rechenkapazität zur Verfügung steht, buchen einen eigenen Server. In diesem Fall gibt es keine Risiken, dass zu viel Arbeitsspeicher mit anderen Kunden geteilt werden muss.

Für Webseiten, die kommerziell betrieben werden, etwa als Onlineshop oder zur Leadgenerierung, kann dies sehr wichtig sein. Webseitenbesucher kommen nicht einfach so auf ein Webangebot, sondern müssen durch teilweise kostenintensive Werbemaßnahmen angelockt werden. Es wäre also mehr als schade, sondern regelrecht Geldverschwendung, wenn die Conversion an einer lahmen Webseite scheitert.

Die Miete für einen Dedicated Server, der nur von einem Kunden genutzt wird, ist deutlich höher. Einen Mittelweg eröffnet die Virtualisierungstechnologie. Damit ist es möglich, einen Rechner in viele einzelne Server aufzuteilen. Diese verhalten sich wie Dedicated Server, so als hätte jeder Kunde seinen eigenen Rechner.

Jeder Kunde hat den gebuchten Umfang an Arbeitsspeicher und Prozessorkapazität jederzeit zur Verfügung. Die durch eine Software aufgeteilten Hardwareressourcenlassen Kostenvorteile für jeden Kunden zu. Bis vor kurzem galten diese sogenannten virtuellen Server noch als Kompromiss zwischen Leistung und Kosten im Vergleich zur Anmietung eigener Hardware. Mittlerweile sind virtualisierte Systeme für immer mehr Anforderungen das Mittel der Wahl, weil sie flexibler sind.

Die verschiedenen Hoster am Markt wenden sich an Zielgruppen, die sich auch hinsichtlich ihrer Erfahrung mit der Materie unterscheiden. Wir von goneo wollen für Kunden attraktiv sein, die sich weniger mit der Technik beschäftigen wollen, sondern ihr Hauptaugenmerkt auf die Inhalte oder die Anwendungen richten. Andere Anbieter ermöglichen unter Umständen mehr individuelle Konfigurationen, die in definierten Szenarien Vorteile bringen, aber auch mehr Spezialwissen erfordern.

So gibt es bei uns, bei goneo, eigene Server - sei es virtualisiert oder als Dedicated Server - als sogenannte Managed Server. Hierbei kümmert sich nicht der Kunde um das Linux-Betriebssystem, sondern ein Serveradministrator des Anbieters. Denn, und das vergessen viele, auch Server brauchen Pflege, zum Beispiel um vor Hackerangriffen sicher zu sein.