Der ideale Zahlungsmix für Onlinehändler

Der Kunde hat seine Produkte in den Warenkorb gelegt und ist kurz davor, den Kauf abzuschließen?  Dann beginnt jetzt die kritische Phase im Bestellvorgang. Wenn der Kunde seine gewohnte Zahlungsart nicht findet, droht ein Kaufabbruch.

Dennoch ist es für den Händler nicht ratsam, alle auf dem Markt verfügbaren Zahlungsarten anzubieten; zu groß ist die Gefahr, die Übersicht zu verlieren und sich zu verzetteln.

Es heißt also, aus den wichtigsten Zahlungsarten diejenigen zu wählen, die die Kundschaft glücklich macht.

PayPal

Der Marktführer unter den Zahlungsanbietern heißt PayPal. Das US-Unternehmen spaltete sich 2015 von eBay ab und verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 16 Millionen Kundenkonten in Deutschland. Für dich als Shopbetreiber führt kaum ein Weg an PayPal vorbei. Die Vorteile:

  • Marktführerschaft und einfache Bedienbarkeit.
  • Das für Händler notwendige PayPal -Geschäftskonto ist schnell eröffnet.
  • Ideale Bedingungen für das mobile Bezahlen – mit Smartphone und Tablet.
  • Problemlose Integration in die meisten Shopsysteme.

Nun besitzen zwar sehr viele Kunden einen PayPal-Account, aber längst nicht alle. Um etwas reifere Kundschaft nicht auszugrenzen, benötigst du den Dienst PayPal Plus. Auf diese Weise integrierst du auch folgende Zahlungsmethoden:

  • SEPA-Lastschrift
  • Kreditkarte
  • Kauf auf Rechnung

Achtung: PayPal Plus musst du gesondert beantragen und vor der Freischaltung eine Risikoprüfung durchlaufen. Außerdem verläuft die Einbindung in den Shop nicht ganz so problemlos wie bei PayPal Standard.

Für bekannte Systeme wie beispielsweise WooCommerce, Oxid, Magento oder Gambio (ab 2.1) stehen vorgefertigte Module zur Verfügung - für wenig verbreitete Shopsysteme bleibt nur der mühsame Weg der manuellen Integration.

Stripe

Die neue Alternative zu PayPal nennt sich Stripe. Die Vorteile:

  • Stripe bietet etwas günstigere Konditionen als PayPal.
  • Beliebt ist Stripe für die Kreditkartenzahlung, aber auch die Sofortüberweisung lässt sich mit Stripe realisieren.
  • Stripe verfügt ausschließlich über Händlerkonten. Die Kontoeröffnung gestaltet sich noch etwas unkomplizierter als bei PayPal.

Die Integration in die verschiedenen Shopsysteme funktioniert sehr unterschiedlich, denn der Dienst ist erst seit Mitte 2017 in Deutschland verfügbar. Sehr gut arbeitet Stripe mit Prestashop, WooCommerce und Shopify zusammen.
Tipp: Erkundigst du dich vor dem Einbau von Stripe über die Verfügbarkeit von Zahlungsmodulen für Ihr Shopsystem.

Die Kreditkarte

Die Kreditkarte zählt mittlerweile auch in Deutschland zu den weit verbreiteten (Online-) Zahlungssystemen. Allerdings ist es als kleiner oder mittelgroßer Händler gar nicht so einfach, mit den Kreditkarten-Firmen in Kontakt zu treten.

  • Der mühsame Weg führt über einen sogenannten Kreditkarten-Acquirer. Dabei musst du einen Bewerbungsbogen ausfüllen und eine Shopprüfung über sich ergehen lassen.
  • Unkomplizierter funktioniert der Zugang zur Kreditkartenzahlung über PayPal oder Stripe.

SEPA-Lastschrift

Voraussetzung für eine Teilnahme am Sepa-Lastschriftverfahren: Eine Gläubiger-ID. Vergabestelle ist die Deutsche Bundesbank. Die Vorteile des SEPA-Lastschriftverfahrens:

  • Als Händler kannst du auf PayPal oder Stripe verzichten.
  • Der Kunde benötigt lediglich ein Girokonto.
  • Wenn du SEPA-Lastschriften selbst einziehst, entfallen jegliche Transaktionskosten.

Die SEPA-Lastschrift ist eine gute Möglichkeit zum Einstieg in elektronische Zahlungsmethoden. Du benötigst dafür nicht einmal ein echtes Shopsystem, es genügt ein Eingabeformular für die Adressdaten und die IBAN-Nummer.

Nicht verzichten kannst du allerdings auf eine automatisierte Kontrolle. Gehst du davon aus, dass etwa fünf Prozent ihrer Kunden bei der korrekten Eingabe ihrer IBAN-Nummer im ersten Versuch scheitern.

Tipp, falls du WooCommerce verwendest: Der Anbieter emoose bietet ein Plugin an, mit dem sich die SEPA-Überweisung in WooCommerce integrieren lässt.

Kauf auf Rechnung

Der Kauf auf Rechnung ist zwar bei Kunden sehr beliebt, aber nicht unbedingt bei Händlern, und das aus zwei guten Gründen:

  • Auf Rechnung gekaufte Ware wird gerne zurückgesendet – schließlich hat der Kunde noch nicht bezahlt, und damit verläuft die Rückgabe aus seiner Sicht sehr unkompliziert.
  • Zahlungsverzögerungen und Ausfälle sind auf der Tagesordnung.

Setzt du den Rechnungskauf nur dann ein, wenn du über ein effektives Mahnsystem verfügst, oder zumindest eine automatisierte Bonitätsprüfung. Unterstützung hierfür findest du bei Zahlungsdienstleistern wie beispielsweise Heidelpay.

Völlig umgehen lässt sich das Ausfallrisiko mit der Vorkasse. Allerdings stößt diese Methode bei den meisten Kunden auf wenig Gegenliebe.

Vorkasse

Für die meisten Shops ist die Vorkasse wenig geeignet, denn die Käuferschaft hat wenig Verständnis für die mit der Vorkasse eingehenden Lieferverzögerung. In der Praxis findet diese Zahlungsart vor allem in diesen beiden Fällen eine Verwendung:

  • Im B2B-Bereich, also den Geschäften zwischen zwei gewerblichen Partnern.
  • Bei der Bezahlung sehr hochwertiger Waren, zum Beispiel von Kunstwerken.

Völlig ungeeignet ist die Vorkasse bei Downloadwaren, denn hier erwartet der Kunde einen sofortigen Zugriff nach Absendung der Zahlung.

Sofortüberweisung

Keine Verzögerung im Versand verursacht die Sofortüberweisung. Der Anbieter, die Sofort GmbH, ist Teil der Klarna Group.

Bei dieser Zahlungsmethode wird mit der Bezahlung eine sofortige Geld-Transaktion ausgelöst. Was der Zahlungsanbieter dafür vom Kunden benötigt, sind die eigentlich vertraulichen Bankdaten. Der Zahlungspflichtige wird also dazu genötigt, persönliche Zugangs- und Transaktionscodes in dritte Hände zu legen.

Aus diesem Grunde tragen die Banken und der Zahlungsanbieter immer mal wieder Rechtsstreitigkeiten aus. Durchgesetzt hat sich die Sofortüberweisung trotzdem.

Tipp: Biete die Sofortüberweisung nicht als alleinige Zahlungsart an.

Paydirekt

Hinter Paydirekt steckt eine Initiative der deutschen Banken und Sparkassen. Ihr Ziel ist es, PayPal das Wasser abgraben. Die Methode:

  • Nutzung der bestehenden deutschen Girokonten für die Onlinezahlung.
  • Alle Paydirekt-Kunden sind identifiziert und alterverifiziert.
  • Händler und Kunden haben die Bank vor Ort als Ansprechpartner. Händler treten persönlich mit der Bank in Kontakt, um die Konditionen auszuhandeln.

Nun sind die Voraussetzungen für Paydirekt zwar gar nicht so übel, aber durchgesetzt hat sich das Zahlungssystem trotzdem nicht, vor allem nicht bei kleinen und mittleren Händlern.

Tipp: Löcherst du deine Bank mit Fragen nach kostenlosen Zahlungsmodulen für Ihr Shopsystem. Hier hat Paydirekt noch Hausaufgaben zu erledigen.