8 Tipps zur Nutzung von Shopify in Deutschland

Shopify ist eine kanadische Firma, die eine Ecommerce Lösung in der Cloud bereitstellt. Während es unter den verfügbaren Tools in dem Bereich eines der besten ist stehen deutsche Händler vor dem Problem, dass sie einige Anpassungen an den Grundeinstellungen von Shopify vornehmen sollten. In diesem Artikel besprechen wir die Änderungen, die du an deinem Shopify Onlineshop vornehmen solltest, um ihn in Deutschland zu nutzen.

Hinweis: das hier gezeigten Anpassungen sind lediglich Vorschläge. Wir sind Shopify Experten und keine Anwälte, deswegen dürfen wir dir keine rechtlichen Empfehlungen geben. Bitte wende dich an einen Anwalt, wenn du rechtlich auf der sicheren Seite sein willst.

Ohne weitere Umschweife steigen wir direkt ein.

1 Checkout Einstellungen anpassen

Der Checkout von Shopify ist in großen Teilen vorgegeben. Es gibt jedoch einige Einstellungsmöglichkeiten, dessen Nutzung in Deutschland nicht erlaubt sind bzw. angepasst werden müssen.

In deinem Shopify Administrationsbereich, unter Settings -> Checkout kannst du die notwendigen Einstellungen vornehmen. Du solltest sicherstellen, dass folgende Einstellungen korrekt sind.

Aktiviere eine zusätzlichen Bestellschritt, die deinen Kunden erlaubt, die Details ihrer Bestellung vor Abschluss final zu prüfen. Stelle dazu sicher, dass ein Häkchen bei “Require a confirmation step” gesetzt ist.

Kunden sollten während des Checkouts nicht standardmäßig deinen Newsletter abonnieren. Stelle dazu sicher, dass du die Auswahl “By default, customer doesn’t agree to receive promotional emails” triffst.

Tipp um die Anmelde-Rate deines Newsletters im Checkout zu erhöhen: denke dir einen netten Text aus, der deine Kunden zur Anmeldung animiert. Diesen kannst du unter Themes -> Edit Language anpassen.

Die Versuchung ist groß, aber du solltest deinen Kunden nicht ungefragt Emails senden. Auch nicht, wenn sie einen begonnen Checkout abgebrochen haben. Stelle sicher, dass du in der entsprechenden Einstellungen “Never” auswählst.

Damit relevante rechtliche Hinweise auch im Checkout angezeigt werden musst du diese extra einfügen. In die Felder für Refund Policy (Widerruf), Privacy Policy (Datenschutzbestimmung) und Terms of Service (AGB) musst du die entsprechenden Rechtstexte übertragen.

Doch damit nicht genug. Die Verlinkungen werden zwar jetzt im Checkout angezeigt, tragen ggf. aber noch die falsche Bezeichnung. Diese solltest du also entsprechend anpassen.

Die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten erreichst du, wenn du auf “Manage Checkout Language” klickst.

Zu empfehlen sind folgende Bezeichnungen:

  • Rückerstattungsregelung sollte besser Widerrufsbelehrung heißen.
  • Nutzungsbedingungen sollte besser AGB heißen.

2 Produktpreishinweise hinzufügen

An Stellen, wo ein Produktpreis angezeigt wird und die Möglichkeit besteht, das Produkt in den Warenkorb zu legen (typischerweise auf Produktseiten, manchmal auf auf Kollektionsseiten) solltest du Hinweise dem Produktpreis hinzufügen.

Der erste Hinweis bezieht sich auf den Umgang mit der Mehrwertsteuer und den Versandkosten. Stelle sicher, dass du an alle fraglichen Stellen einen entsprechenden Hinweis hinzufügst.

Der Hinweis “zzgl. Versand” sollte auf eine Seite verlinken, auf der du über die Versandbedingungen in deinem Shop hinweist.

Darüber hinaus musst du am noch einen Hinweis zur Verfügbarkeit bzw. Versanddauer anzeigen.

Achte darauf, dass das nur angezeigt wird, wenn das Produkt auch tatsächlich verfügbar ist.

3 AGB Checkbox im Warenkorb anzeigen

Einige Themes haben eine entsprechende Einstellung dafür bereit. Wenn du nicht sicher bist, ob auch dein Theme diese Funktion hat, kannst du bei den Theme Entwicklern nachfragen.

Falls dein Theme keine Checkbox bereitstellt findest du hier eine Erklärung von Shopify, wie du diese Checkbox selbstständig einbauen kannst.

Diese Änderungen müssen im Code deines Themes passieren. Wenn du nicht sicher bist, wie du diese Änderungen durchführen kannst ist dieses Angebot vielleicht etwas für dich. Hier kannst du ganz bequem alle notwendigen Anpassungen von den Experten durchführen lassen.

4 Rechtsseiten anlegen, befüllen und verlinken

Auf folgende Unterseiten sollte dein Onlineshop nicht verzichten:

  • Widerrufsbelehrung
  • AGB
  • Datenschutzerklärung
  • Impressum
  • Versand & Zahlung

Lege dazu unter im Shopify Administrationsbereich unter Themes -> Pages die entsprechenden Seiten an. Befülle diese mit deinen Rechtstexten und verlinke die neu erstellten Seiten.

Diese Links werden typischerweise im Footer deines Themes angezeigt. Um diese Links anzulegen kannst du im Shopify Administrationsbereich unter Themes -> Navigation -> Footer Menu die entsprechenden Links anlegen.

5 Cookie Banner hinzufügen

Du solltest deine Besucher informieren, dass dein Onlineshop Cookies verwendet. Tut er das wirklich fragst du dich jetzt? Ja, garantiert tut er das!

Am einfachsten löst du das über die Installation einer kostenlosen App. Wir verwenden meistens diese App. Nach der Installation musst du sie nur noch übersetzen und aktivieren.

6 Kundenbenachrichtigungen anpassen

Shopify sendet ereignisgesteuerte Emails an deine Kunden. Du möchtest wahrscheinlich sicherstellen, dass diese Emails auch auf Deutsch versendet werden. Diese kannst du im Administrationsbereich unter Settings -> Notifications anpassen.

Hier findest du die Vorlagen für die üblichsten Benachrichtigungen. Alternativ kannst du die Benachrichtigungen auch komplett selber gestalten oder mit Hilfe von gekauften Templates gestalten. Dafür empfehlen wir zum Beispiel diese App.

7 Rechnungserstellung - und Versand

Zu einer Bestellung gehört natürlich auch eine Rechnung. In Shopify hast du mehrere Möglichkeiten eine Rechnung automatisch zu erstellen und deinen Kunden zur Verfügung zu stellen. In diesem Webinar klären wir dich über die verschiedenen Möglichkeiten auf.

8 Durch einen Rechtsexperten prüfen lassen

Nachdem du all diese Anpassungen durchgeführt hast ist dein Shop rechtssicher, oder? Diese Frage wird dir nur ein Anwalt beantworten können. Wir empfehlen all unseren Kunden die Nutzung von Diensten wie Protected Shops, dem Händlerbund, Trusted Shops, IT-Recht-Kanzlei oder Ähnlichem. Nur diese Dienste haben die Möglichkeit, eine verbindliche Einschätzung zu treffen.

Darüber hinaus ändern sich Gesetze oft. Die Nutzung dieser Dienste verhindert, dass du keine wichtigen Änderungen verpasst.